Willkommen bei der NABU-Gruppe Cloppenburg

Für Mensch und Natur

Streuobstwiese"Am Griesen Stein"                                                           Foto: Eckhardt Albrecht
Streuobstwiese"Am Griesen Stein" Foto: Eckhardt Albrecht

Igel im Herbst NABU bietet Tipps an

Foto: Werner Landwehr

Jährlich im Herbst melden sich Igelfreunde und Gartenbesitzer in der NABU-Geschäftsstelle in Oldenburg und fragen, wie sie kleinen oder großen Igeln helfen können, den nahenden Winter zu überstehen. Ist denn der Igel wirklich so ein Pflegefall oder als Wildtier bestens für das Leben im Freien ausgerüstet?

 

"Grundsätzlich möchten wir betonen, dass Igeln als Wildtieren von Natur aus alle Fähigkeiten gegeben sind, den Winter in unseren Breiten eigenständig zu überstehen," sagt Bernd Ziesmer, Biologe beim NABU. "Die Tiere fressen sich in den Herbstmonaten Reserven an, um an geeigneten Orten den kalten Winter zu verschlafen."

 

"Die Aufnahme von Igeln sollte sich auf die Behandlung von wirklich kranken oder verletzten Tieren beschränken," so Ziesmer. Diese wären dann am besten bei einem Tierarzt aufgehoben, der fachkundig entscheiden kann, wann das Tier wieder in die Natur entlassen werden kann.

 

Aber jeder Gartenbesitzer kann einiges für die Igel im eigenen Garten tun! Ein igelfreundlicher Garten ist ein naturnaher Garten, gerne mit einem Angebot an niedrigem Buschwerk sowie Laub- und Reisighaufen. Weiter empfiehlt der NABU, an ruhiger Stelle einen Winterunterschlupf aufzustellen. So ein Igelhaus bietet Schutz vor Kälte und der Igel wühlt sich dort in lockerem Erdreich für einige Monate ein. Igelhäuser und auch Pläne zum selber Bauen sind beim NABU am Schlosswall 15 in Oldenburg erhältlich.

 

Weiter kann Igeln auch mit einer Zufütterung im Herbst geholfen werden. "Jedes Gramm mehr auf den Rippen hilft über den Winter," meint Bernd Ziesmer. "Dazu nimmt man spezielles Igelfutter oder auch Katzen-Dosenfutter, gerne gemischt mit Haferflocken. Als dämmerungsaktivem Tier sollten Futterstellen am Abend und möglichst immer am gleichen Ort angeboten werden. Die Igel merken sich Zeit und Ort."

 

Infos für igelfreundliche Gärten sowie einen Bauplan für Igelhäuser gibt es in einem "Igelpaket" gegen Einsendung von 5,- Euro beim NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg. In der NABU-Geschäftsstelle bietet man natürlich auch gern Beratung zu Igelfragen an.


Hornissen- und Wespenberatung

Fachkundige helfen bei Problemen

 

Landkreis Cloppenburg. Die schönste Jahreszeit hat begonnen und jeder freut sich auf ein Frühstück auf der Terrasse, eine entspannte Kaffeetafel oder Grillen im Garten und viele Stunden draußen im Freien. Doch mit dieser Zeit kommen auch die ungebetenen Gäste wie Wespen und Hornissen dazu. Vielen sind sie lästig, einige reagieren gar panisch auf die gelb-schwarzen Insekten: Wespen, Hummeln und Hornissen im Garten sorgen häufig für Unmut, aber die Furcht ist unbegründet. Meistens ist ein friedliches Nebeneinander möglich, solange sie in Ruhe gelassen werden. Darauf weist Carina Menke vom Umweltamt der Kreisverwaltung hin.

 

Wespen unterliegen den allgemeinen Schutzbestimmungen des Naturschutzgesetzes. Für die bestandsgefährdeten Hornissen und Hummeln gelten besondere Schutzbestimmungen. „Diese verbieten grundsätzlich, die Tiere unnötig oder mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten“, klärt Menke auf. Nester, Brut-, Wohn- und Zufluchtstätten dürfen ohne vernünftigen Grund weder beschädigt noch zerstört werden.

 

Von den Hornissen überwintert nur eine Königin. Die Altkönigin stirbt mit ihrem Volk etwa Ende Oktober, der alte Nestbau des Vorjahres wird im nächsten Sommer nicht wieder benutzt. Auch bei den Wespen überwintert nur die Königin.

 

Wie verhalte ich mich?

 

Jedes vorhandene Nest ist eine Bereicherung für den heimischen Garten und man sollte überlegen, ob ein Zusammenleben mit den Tieren für einen Sommer nicht möglich ist, gerade um auch diese Insektenarten zu erhalten.

 

Befindet sich ein Nest in unmittelbarer Hausnähe oder an häufig begangenen Stellen von Hof und Garten, lässt sich bei Beachtung einfacher Regeln sowie mit kleinen Hilfsmitteln die kurze Zeit bis zum Sterben des Wespen - oder Hornissenvolkes bis etwa Ende Oktober problemlos überstehen:

 

Im Abstand von 2-3 m vom Nest heftige Bewegungen und Bodenerschütterungen (z. B. beim Rasenmähen) vermeiden und hier die Flugbahn nicht verstellen

 

Kleinkinder durch niedrige Absperrungen vom Nestbereich fernhalten.

 

Nicht mit Gegenständen in möglichen Einfluglöchern stochern und keine Wasserschläuche auf Nester richten

 

Tiere im Nestbereich nicht anatmen

 

Im Nestbereich nicht barfuß laufen

 

Nicht aus Dosen trinken

 

Essensreste wegräumen und Nahrungsmittel abdecken.

 

Eine Ablenkfütterung kann sinnvoll sein. Am besten dafür eignen sich überreife Weintrauben.

 

Keinesfalls Insektenvernichtungsmittel einsetzen!

 

Fenster und Balkontüren mit handelsüblichen Fliegengittern oder Netzen absichern, damit keine Tiere in die Wohnräume gelangen können

 

Rolläden oder Jalousien den Sommer über nicht benutzen, falls die Tiere im Rolladenkasten ihr Nest gebaut haben. Im Winter kann der Kasten dann gesäubert und neu abgedichtet werden.

 

Wer hilft mir?

 

Bei Nestern in bedrohlicher Lage hat der Landkreis Cloppenburg ein Netz ehrenamtlicher „Hornissenbetreuer“, die um Hilfe gebeten werden können. Sie beraten die Bürger sowohl telefonisch als auch vor Ort und können z. B., wenn keine Alternativen bestehen, ein Nest an eine geeignete Stelle umsiedeln. Dies geht allerdings in der Regel nur, wenn das Nest von außen frei zugänglich ist und gut erreichbar ist.

 

Im Landkreis Cloppenburg stehen 9 engagierte Imker für Fragen zum Umgang mit Hornissen, Hummeln und Wespen den Bürgern mit Rat und Tat gegen ein geringes Entgelt zur Seite. Sie setzen sich in ihrer Freizeit für den praktischen Artenschutz ein und möchten durch eine gezielte Beratung erreichen, dass die Nester an ihren einjährigen Standorten erhalten bleiben. Da sie häufig berufstätig sind, kann man sie oft nur in den Abendstunden erreichen. Bei Bedarf führen sie fachkundig Umsiedlungen durch.

 

Die zurzeit für den Landkreis Cloppenburg tätigen Hornissenbetreuer sind unten aufgeführt. Darüber hinaus können weitere Informationen beim Landkreis Cloppenburg – Umweltamt – untere Naturschutzbehörde - Tel. 04471/15-259 eingeholt werden. Die aktuellen Kontakte können auch im Internet unter www.lkclp.de - Bauen & Umwelt – Naturschutz & Landschaftspflege – Downloadangebote abgerufen werden.

 

Die Kreisverwaltung bittet darum, Hornissenbetreuer, die in alten Berichten aufgeführt sind, nicht zu kontaktieren, da diese unter Umständen nicht mehr aktiv sind. Gültig ist allein die nun folgende Liste:

 

Ort Name Telefon-Nummer
Barßel Rene Borgwardt 04489 5002
Essen Georg Diekmann 05431 6000
Garrel-Varrelbusch Karl-Heinz Diekmann 04471 84685
Emstek-Bühren Werner Fendesack 04447 1459
Saterland-Bollingen Herold Stalljahn 04498 690
Lastrup-Roscharden Marianne u. Franz Thobe 04472 8310
Saterland-Ramsloh Hans Wilms 04498 1751
Löningen Norbert Zobel 05432 4202

NABU Cloppenburg aktiv für den Trauerschnäpper

Nistkastenanbringung mit "besonderem Clou" soll gefährdeter Vogelart helfen

Eine Nistkastenaktion der besonderen Art soll ganz gezielt einer zunehmend gefährdeten heimischen Singvogelart helfen: Der NABU Cloppenburg  hat damit begonnen 20  Nistkästen anzubringen, in denen der Trauerschnäpper Brutmöglichkeiten finden soll. Dies wird durch großzügige Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung möglich.

 

„Der Trauerschnäpper, einer der besten Sänger unter unseren heimischen Vogelarten, ist vielen Menschen gar nicht bekannt“, erläutert Manfred Stuckenberg  vom NABU. „Er ist aufgrund seiner Lebensweise besonders spannend, denn er zählt zu den Langstreckenziehern. Zu seinen Gefährdungen zählen der Klimawandel, der die Wüsten wachsen lässt, der Verlust alten und größeren Baumbestands und der Rückgang der Insekten als Nahrung. Wenn der aus dem südlichen Afrika bei uns eintrifft – Ende April, manchmal erst Anfang Mai – hat er ein zusätzliches Problem: Dann sind – er ist ein Höhlenbrüter – Nistkästen, die für ihn geeignet wären, meist bereits besetzt, und zwar von Meisen, die in diesen Kästen ihre zweite Brut beginnen“, plaudert Manfred Stuckenberg  aus dem Nähkästchen der Vogelkunde.

 

 

Dem möchte der NABU Cloppenburg entgegenwirken, indem er das Revierverhalten von Meisen nutzt: Diese lassen eine zweite Meisenbrut in relativer Nähe zum eigenen Nistkasten nicht zu. Daher werden die NABU-Aktiven solche Meisenkästen – Kästen mit einem Fluglochdurchmesser von 32 mm, gefertigt aus dem besonders beständigen Material Holzbeton – in solcher Nähe aufhängen, dass der Trauerschnäpper eine Chance hat, einen der Kästen zu besetzen, für Meisen der Revierabstand jedoch zu gering wäre. „Wir hängen die Kästen in Gruppen auf und orientieren uns dabei an den hervorragenden Erfahrungen, die unsere Freunde vom NABU Dötlingen-Wildeshausen mit ihrer legendären ‚Trauerschnäppermeile‘ gemacht haben: Es werden je 3 Kästen auf 150 Quadratmetern angebracht. So hoffen wir, dem Trauerschnäpper ‚unter die Flügel greifen‘ zu können“, freut sich Manfred Stuckenberg auf die Rückkehr der ersten Trauerschnäpper im Frühling.



Beobachtungsnachmittag bei der Schaufutterstelle in Bethen

 

Zu einem Beobachtungsnachmittag trafen sich am Sonntag Vogelfreunde um sich über die Schaufutterstelle in der Kita St. Marien in Bethen zu informieren. Erstaunt waren die Besucher über die Artenvielfalt an der Schaufutterstelle. Neben Rotkehlchen, Buchfinken, Amseln, Grünfinken, Kohl-, Blau-, Schwanzmeisen warendort auch Dompfaff, Kernbeißer und Türkentauben an den Futtergeräten zu sehen. 

 


Schaufutterstelle führt Groß und Klein an die Vogelwelt

NABU Cloppenburg lädt ein zur Beobachtung

Förderung durch BINGO

 

Groß und Klein können sich auf besondere Weise in Bethen an der heimischen Vogelwelt erfreuen: der NABU Cloppenburg hat an Pastor-von-Hammel-Sr. 2 eine Schaufutterstelle für Gefiederte eingerichtet. Bis Ende März wird die Futterstelle von den Ehrenamtlichen des NABU betreut. Ermöglicht wurde dieses Vorhaben durch die Förderung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

 

„Wir möchten möglichst viele Menschen an die Vogelwelt heranführen, möchten ihnen Vogelarten am Futterplatz nahe bringen“, berichtete Luzia Landwehr vom NABU Cloppenburg. „Es ist wichtig, heimische Arten zu kennen und Neugier für Arten zu entwickeln, die bislang nicht zum eigenen Erlebnisumfeld zählten“, sagt Landwehr, „denn nur was ich kenne, kann ich schützen. Und nur für das, was ich erhalten sehen möchte, weil ich es kenne, kann ich Empathie aufbauen!“

 

Deshalb wurde die Schaufutterstelle gleich auf mehreren Quadratmetern angelegt: Wie ein Buffet bieten sich Meise, Dompfaff, Grünfink, Buntspecht und Co viele verschiedene Futtergeräte an. Allen zu eigen ist, dass sie Hygiene bei der Fütterung großschreiben lassen: „Besser als Massenfutterplätze, etwa durch große Futterhäuser, durch die die Vögel laufen und darin auch ihren mitunter infizierten Kot fallen lassen, sind viele kleine Futtergeräte, etwa Futterschütten und -röhren. Darin kann das Futter nicht feucht werden und schimmeln und ist vor Verschmutzung geschützt. Natürlich müssen auch diese gereinigt werden und altes Futter regelmäßig ersetzt werden, dies geschieht jedoch auf einfache wie gründliche Weise“, freut sich der/die NABU-Aktive.

 

Auch Fettkolben kommen zum Einsatz – und natürlich viel energiereiches Futter aus Saaten und Samen, denn Kleinvögel verlieren in kalten Winternächten bis zu einem Fünftel ihres Körpergewichts. „Und sogar ein kleiner Futterautomat für Eichhörnchen ist mit dabei!“ berichtet Luzia Landwehr.

 

„Wir möchten mit dieser Futterstelle auch die Erlangung von Artenkenntnis fördern, indem sich Menschen mit den dort beobachteten Vogelarten beschäftigen – und sich etwa fragen, warum sie jetzt im Winter manche Vogelarten dort häufiger und andere gar nicht sehen. Und indem sie erfahren, dass manche heimische Vögel nun als Zugvögel im Süden sind, andere als Standvögel ganzjährig hier vor Ort bleiben und manche in diesen kalten Zeiten sogar den aus Skandinavien und anderen Teilen Nord- und Nordosteuropas zu uns finden!“ ist Landwehr von den Effekten der Schaufutterstelle überzeugt.

 

„Und: Wir hoffen, durch diese Schaufutterstelle auch Anregungen geben zu können, wie eine artgerechte Fütterung im eigenen Garten oder auf dem Balkon und im Kleingarten stattfinden kann.“ Sobald es die Pandemielage zulassen wird, will der NABU Cloppenburg dort auch erläuternde Beobachtungsnachmittage an der Schaufutterstelle durchführen. Wer dazu eingeladen werden möchte, kann sich bereits beim NABU Cloppenburg unter Tel. 04471 5531 melden, mail: nabu.cloppenburg@ewe.net. 

Fotos: Werner Landwehr


Vogelgrippe

Was sollte man tun, wenn man einen toten Vogel findet?

Generell sollten tote oder kranke Vögel nicht angefasst oder mitgenommen werden. Im Kreislauf der Natur ist das Sterben einzelner Tiere ein normaler Vorgang. Besonders im Winter sterben alte und kranke Tiere durch Kälte oder durch schlechte Ernährung häufiger als in anderen Jahreszeiten. Deshalb muss nicht jeder tote Vogel an Geflügelpest gestorben sein! Erst wenn mehrere Vögel deutlich krank erscheinen oder an einer Stelle tot gefunden werden, sollten Sie das zuständige Veterinäramt oder die Polizei benachrichtigen.