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Streuobstwiese"Am Griesen Stein"                                                           Foto: Eckhardt Albrecht
Streuobstwiese"Am Griesen Stein" Foto: Eckhardt Albrecht

Hornissen- und Wespenberatung

Fachkundige helfen bei Problemen

 

Landkreis Cloppenburg. Die schönste Jahreszeit hat begonnen und jeder freut sich auf ein Frühstück auf der Terrasse, eine entspannte Kaffeetafel oder Grillen im Garten und viele Stunden draußen im Freien. Doch mit dieser Zeit kommen auch die ungebetenen Gäste wie Wespen und Hornissen dazu. Vielen sind sie lästig, einige reagieren gar panisch auf die gelb-schwarzen Insekten: Wespen, Hummeln und Hornissen im Garten sorgen häufig für Unmut, aber die Furcht ist unbegründet. Meistens ist ein friedliches Nebeneinander möglich, solange sie in Ruhe gelassen werden. Darauf weist Carina Menke vom Umweltamt der Kreisverwaltung hin.

 

Wespen unterliegen den allgemeinen Schutzbestimmungen des Naturschutzgesetzes. Für die bestandsgefährdeten Hornissen und Hummeln gelten besondere Schutzbestimmungen. „Diese verbieten grundsätzlich, die Tiere unnötig oder mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten“, klärt Menke auf. Nester, Brut-, Wohn- und Zufluchtstätten dürfen ohne vernünftigen Grund weder beschädigt noch zerstört werden.

 

Von den Hornissen überwintert nur eine Königin. Die Altkönigin stirbt mit ihrem Volk etwa Ende Oktober, der alte Nestbau des Vorjahres wird im nächsten Sommer nicht wieder benutzt. Auch bei den Wespen überwintert nur die Königin.

 

Wie verhalte ich mich?

 

Jedes vorhandene Nest ist eine Bereicherung für den heimischen Garten und man sollte überlegen, ob ein Zusammenleben mit den Tieren für einen Sommer nicht möglich ist, gerade um auch diese Insektenarten zu erhalten.

 

Befindet sich ein Nest in unmittelbarer Hausnähe oder an häufig begangenen Stellen von Hof und Garten, lässt sich bei Beachtung einfacher Regeln sowie mit kleinen Hilfsmitteln die kurze Zeit bis zum Sterben des Wespen - oder Hornissenvolkes bis etwa Ende Oktober problemlos überstehen:

 

Im Abstand von 2-3 m vom Nest heftige Bewegungen und Bodenerschütterungen (z. B. beim Rasenmähen) vermeiden und hier die Flugbahn nicht verstellen

 

Kleinkinder durch niedrige Absperrungen vom Nestbereich fernhalten.

 

Nicht mit Gegenständen in möglichen Einfluglöchern stochern und keine Wasserschläuche auf Nester richten

 

Tiere im Nestbereich nicht anatmen

 

Im Nestbereich nicht barfuß laufen

 

Nicht aus Dosen trinken

 

Essensreste wegräumen und Nahrungsmittel abdecken.

 

Eine Ablenkfütterung kann sinnvoll sein. Am besten dafür eignen sich überreife Weintrauben.

 

Keinesfalls Insektenvernichtungsmittel einsetzen!

 

Fenster und Balkontüren mit handelsüblichen Fliegengittern oder Netzen absichern, damit keine Tiere in die Wohnräume gelangen können

 

Rolläden oder Jalousien den Sommer über nicht benutzen, falls die Tiere im Rolladenkasten ihr Nest gebaut haben. Im Winter kann der Kasten dann gesäubert und neu abgedichtet werden.

 

Wer hilft mir?

 

Bei Nestern in bedrohlicher Lage hat der Landkreis Cloppenburg ein Netz ehrenamtlicher „Hornissenbetreuer“, die um Hilfe gebeten werden können. Sie beraten die Bürger sowohl telefonisch als auch vor Ort und können z. B., wenn keine Alternativen bestehen, ein Nest an eine geeignete Stelle umsiedeln. Dies geht allerdings in der Regel nur, wenn das Nest von außen frei zugänglich ist und gut erreichbar ist.

 

Im Landkreis Cloppenburg stehen 9 engagierte Imker für Fragen zum Umgang mit Hornissen, Hummeln und Wespen den Bürgern mit Rat und Tat gegen ein geringes Entgelt zur Seite. Sie setzen sich in ihrer Freizeit für den praktischen Artenschutz ein und möchten durch eine gezielte Beratung erreichen, dass die Nester an ihren einjährigen Standorten erhalten bleiben. Da sie häufig berufstätig sind, kann man sie oft nur in den Abendstunden erreichen. Bei Bedarf führen sie fachkundig Umsiedlungen durch.

 

Die zurzeit für den Landkreis Cloppenburg tätigen Hornissenbetreuer sind unten aufgeführt. Darüber hinaus können weitere Informationen beim Landkreis Cloppenburg – Umweltamt – untere Naturschutzbehörde - Tel. 04471/15-259 eingeholt werden. Die aktuellen Kontakte können auch im Internet unter www.lkclp.de - Bauen & Umwelt – Naturschutz & Landschaftspflege – Downloadangebote abgerufen werden.

 

Die Kreisverwaltung bittet darum, Hornissenbetreuer, die in alten Berichten aufgeführt sind, nicht zu kontaktieren, da diese unter Umständen nicht mehr aktiv sind. Gültig ist allein die nun folgende Liste:

 

Ort Name Telefon-Nummer
Barßel Rene Borgwardt 04489 5002
Essen Georg Diekmann 05431 6000
Garrel-Varrelbusch Karl-Heinz Diekmann 04471 84685
Emstek-Bühren Werner Fendesack 04447 1459
Saterland-Bollingen Herold Stalljahn 04498 690
Lastrup-Roscharden Marianne u. Franz Thobe 04472 8310
Saterland-Ramsloh Hans Wilms 04498 1751
Löningen Norbert Zobel 05432 4202

Vogelgrippe

Was sollte man tun, wenn man einen toten Vogel findet?

Generell sollten tote oder kranke Vögel nicht angefasst oder mitgenommen werden. Im Kreislauf der Natur ist das Sterben einzelner Tiere ein normaler Vorgang. Besonders im Winter sterben alte und kranke Tiere durch Kälte oder durch schlechte Ernährung häufiger als in anderen Jahreszeiten. Deshalb muss nicht jeder tote Vogel an Geflügelpest gestorben sein! Erst wenn mehrere Vögel deutlich krank erscheinen oder an einer Stelle tot gefunden werden, sollten Sie das zuständige Veterinäramt oder die Polizei benachrichtigen.


Jungvögel am Boden sind nicht in Not

Es tschilpt und tschirpt in Nistkasten, Hecken und Gebüschen. Die ersten Küken sind schon seit Tagen unterwegs, bald werden viele weitere Jungvögel sich aus dem schützenden Kasten wagen. Das bedeutet auch wieder verzweifelte Nachfragen beim NABU. Tierfreunde wollen vermeintlich in Not geratenen Jungvögeln helfen und suchen Rat - jedes Jahr und in großer Zahl.

Wir beantworten im Moment zahlreiche Anfragen, aber eines muss klar hervorgehoben werden: Jungvögel sollten grundsätzlich an Ort und Stelle gelassen werden. In den allermeisten Fällen wurden sie nicht verlassen und werden von den Eltern weiter umsorgt. Auch wenn die niedlichen Federbälle noch so herzzerreißend rufen, ist das zunächst kein Grund zur Besorgnis. Mit Bettellauten rufen die Kleinen nach ihren Eltern, die sie auch außerhalb des Nestes versorgen.

Die unerfahrenen und im Fliegen noch etwas ungeübten Jungtiere sitzen dann im halbhohen Geäst oder auf dem Boden. Bei Gefahr durch Katzen oder an vielbefahrenen Straßen sollten die Tiere einfach in den nächsten Busch gesetzt werden.  Man kann Jungvögel ohne Probleme berühren, der Geruchssinn ist bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren sehr gering ausgeprägt. Die Eltern nehmen ihre Brut nach einer kurzen Berührung wieder an .

 

Ein scheinbar verlassener Jungvogel sollte, um die Eltern nicht zu vertreiben, mit gebührendem Abstand mindestens eine Stunde lang beobachtet werden.  Wenn in dieser Zeit kein Eltern- oder Geschwistervogel entdeckt wird, können Hilfsmaßnahmen sinnvoll sein, so der Vogelfreund. Dazu solle jedoch vorher der fachliche Rat eines Tierarztes eingeholt werden.

 

"Jungvögel sind Wildtiere, man darf ihnen nur im echten Notfall helfen. Als Haustiere sind sie überhaupt nicht geeignet". Deshalb ist eine kurze Pflege mit schnellstmöglicher Auswilderung immer das Ziel des verantwortungsbewussten Tierfreunds - alles andere verbietet nicht ohne Grund auch das Naturschutzgesetz.