Ein Aquarium mit Fischen haben viele zu Hause. Auch ein Terrarium für Echsen, Schlangen oder kleine Schildkröten ist keine Rarität mehr. Aber kennen Sie auch ein Sandarium? So eines gibt es jetzt in Cloppenburg, genauer gesagt in Staatsforsten, direkt neben der Streuobstwiese der NABU-Ortsgruppe in der Nähe des „Griesen Steins“.
Die Stadt Cloppenburg stellte dafür die Fläche und rund drei Kubikmeter grobkörnigen Sand zur Verfügung. Werner und Luzia Landwehr vom NABU haben dann zusammen mit Nicole Korwes und ihrer kleinen Tochter Julia das Sand-Biotop angelegt, das jetzt verschiedensten Insekten optimale Nist- und Brutmöglichkeiten bietet. Zum Beispiel für bodennistende Wildbienen, die ihre Eier in selbst ausgehöhlte Brutröhren legen und dafür einen lockeren Sandboden brauchen. Aber auch Käfer, Hummeln und einige Wespenarten lieben den sonnenerwärmten Sand und beleben das Sandarium, das bewusst nicht bepflanzt wird. Das Ganze ist vielleicht nicht spektakulär, aber ökologisch ein wertvoller Baustein für den Erhalt der Artenvielfalt in unserer heimischen Natur. Die Stadt Cloppenburg unterstützt das Projekt, da die Flächen Bestandteil des Kompensationspools „Staatsforsten“ sind.
Siehe hierzu auch den Artikel der Stadt Cloppenburg, hier klicken
Auch der Steinkauz soll wieder beheimatet werden. Nistet er doch mit Vorliebe in Asthöhlen alter Obstbäume. Auch Fledermausarten brauchen diesen Lebensraum.
So wurden an zwei Samstagen fleißig auf der Wiese "Am Griesen Stein" in Staatsforsten Pflanzlöcher ausgehoben und Stützpfähle in den Boden gerammt. Die Mitglieder des Naturschutzbundes Cloppenburg (NABU) verwandelten das NABU-Gelände in eine naturnahe Streuobstwiese und pflanzten dort 24 Obstbäume, die in den kommenden Jahren zahlreichen heimischen Wildtieren als Nahrungsquelle und auch als Lebensraum dienen sollen.
Für die Aktion wurden besonders alte und wertvolle Sorten ausgewählt, um die Artenvielfalt zu unterstützen, betonten die Projektleiter Luzia Landwehr und Manfred Stuckenberg. Auf dem Areal soll in Zukunft neben der Wildbiene und anderen nützlichen Insekten auch der Steinkauz wieder beheimatet werden. "Der Steinkauz nistet mit Vorliebe in den Asthöhlen alter Obstbäume auf Streuobstwiesen. Auch Fledermäuse nutzen diese Höhlen. Leider gibt es heute kaum noch alte Obstwiesen und so hoffen wir, dass die Tiere hier in Zukunft ideale Nistmöglichkeiten vorfinden werden", erklärte Luzia Landwehr. "Es wird zwar eine Weile dauern, bis es so weit ist, aber der Anfang ist gemacht." Auch die extensiv genutzte Wiese unter den Bäumen bietet vielen Pflanzen und Tieren Lebensraum, den sie auf dem intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr vorfinden.
Damit auch Insekten, die im Ökosystem eine wichtige Rolle spielen, gute Lebens- und Brutmöglichkeiten vorfinden, wurde am Rande der Wiese ein "Insektenhotel" aufgestellt. Dort findet unter anderem die gefährdete Wildbiene ideale Nist-, Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten vor. Nicht weit entfernt liegt ein flacher Haufen aus kleinen und mittelgroßen Findlingen. Dort soll unter anderem die Zauneidechse Unterschlupf finden, hoffen die Naturschützer.
Im Jahre 2015 fand eine weitere Pflanzaktion statt. Es wurden weitere Obstbäume gesetzt, sodass jetzt 45 Obstbäume auf der Wiese stehen. Da die Bäume auf mageren Boden stehen, müssen sie regelmäßig mit Wasser und Dünger versorgt werden. Auch ein regelmäßiges Beschneiden der Bäume ist erforderlich. Diese Arbeiten werden von der Landschaftsgärtnerin Jenni Kempmeyer und Florian Seeger übernommen. Einmal im Spätsommer wird die Wiese gemäht. Zu kämpfen hat die Gruppe mit dem giftigen Jakobskreuzkraut, das hier weit verbreitet ist und auf der Wiese nicht erwünscht ist. Daher findet jährlich regelmäßig vor der Blüte eine Bekämpfungsaktion statt. Die Pflanzen werden mit Hand komplett ausgezogen und entsorgt. Diese Art der Bekämpfung hat gezeigt, dass sie sehr erfolgreich war und in den nachfolgenden Jahren immer mehr verschwand. Im Frühjahr werden auch Maulwurfshügel eingeebnet und die Umzäunung repariert. Für all diese Arbeiten sind freiwillige Helfer daher immer willkommen.
Eine Hummelburg wurde im Jahre 2020 aufgebaut.
Im Sommer 2021 wurde ein großer Teil des Lesesteinhaufens entwendet und das Biotop teilwese zerstört. Hier wohnen seit Jahren u. a. die unter strengem Naturschutz stehenden Waldeidechsen. Es konnten bis zu 8 Exemplare gezählt werden.
Erstmals konnte im Frühherbst 2021 eine kleine Apfelernte stattfinden. Die Früchte wurden zum Vermosten verbracht und es konnten ca. 100 Liter Apfelsaft gewonnen werden. In diesem Sommer brauchte keine künstliche Bewässerung stattfinden, da es genügend Regen gab.
Im Jahre 2022 brütete erstmals an der Wiese ein Neuntöterpärchen erfolgreich und im Jahr 2023 folgte dann ein Gartenrotschanzpaar, das ebenfalls erfolgreich brütete.
Das Fenster im Infostand am Eingang wurde im März 2024 ersetzt und mit einer Glasscheibe versehen. Im April 2024 wurde ein neuer von der Stadt Cloppenburg gestifteter Apfelbaum gepflanzt, da ein Pflaumenbaum leider eingegangen ist. Weiter wurde im selben Monat der Bau eines Sandariums realisiert. Der Sand wurde ebenfalls von der Stadt Cloppenburg kostenlos zur Verfügung gestellt.
Im Herbst 2025 wurden die alten Gießringe eingeebnet und die Grasnarbe rund um die Bäume gefräst, der Boden aufgelockert und mit Humuserde "Terra Preta" vermischt. Im vorderen Bereich wurde zum Teil auch der Boden mit Schafwolle abgedeckt. Diese soll die Feuchtigkeit halten, Wühlmäuse fernhalten und gleichzeitig als Dünger dienen. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen werden durch Bodenexperten überwacht.
Die Aktion wurde von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert. Siehe auch bei
Die Pflege der Streuobstwiese wird unterstützt durch Herrn Franz und Bernhard Aumann. Siehe auch bei